Möglichkeit 1: Präsenzwahl

Wie bei der Wahl von Kommunalparlamenten wird in Wahllokalen mit Stimmzettel, Wahlkabine und Wahlurne gewählt. Die Wahllokale sollten an mehreren Orten eingerichtet werden, an denen sich Jugendliche tatsächlich aufhalten und einfachen Zugang finden. Wenn diese im Gebiet der Kommune verteilt sind, wird die Anreise für alle Wahlberechtigten zum jeweiligen Wahllokal kein Hindernis darstellen. Hierfür eigenen sich Schulen, Jugendzentren und Rathäuser. Es ist sinnvoll die Öffnungszeiten sowohl im Laufe eines Tages, als auch abends zu planen, damit auch Auszubildende, SchülerInnen des Ganztags oder Berufstätige ihre Stimme abgeben können. Bei den verschiedenen Wahllokalen können auch unterschiedliche Uhrzeiten zur Stimmabgabe angeboten werden.

Um die Wahlberechtigung der Jugendlichen leichter prüfen zu können und Doppelwahl zu verhindern, können digitale Listen geführt werden. Oftmals sind Jugendliche motivierter, wenn sie nicht allein zum Wählen gehen. Daher empfiehlt es sich, wenn der Klassenverband oder die Vereinsgruppe gemeinsam einen Wahlraum besucht.

Möglichkeit 2: Briefwahl

Es werden Briefe mit allen Unterlagen und Informationen an alle Wahlberechtigten verschickt. Alternativ kann die Briefwahl beispielsweise auch über ein Online-Formular beantragt werden. Schließlich müssen die Wahlunterlagen bis zu einem bestimmten Datum an einem geeigneten Ort wie Rathaus oder Jugendzentrum gesammelt werden. Wichtig hierbei ist eine doppelte Anonymisierung, um die Wahlgrundsätze einer demokratischen Wahl zu erfüllen.

Möglichkeit 3: online abstimmen

Über eine digitale Plattform kann die Stimme abgegeben werden. Hierfür werden im Vornhinein anonymisierte Einmalcodes generiert, welche die Jugendlichen digital oder per Brief erhalten. Für dieses Prozedere muss sich rechtzeitig mit der datenschutzbeauftragen Person der Kommune abgestimmt werden. Falls es keine eigenen Plattformen der Kommune gibt, kann auf externe Anbieter zurückgegriffen werden. Alternativ gibt es weitere digitale Tools, die Fördervereine von Jugendvertretungen aus anderen Bundesländern erstellt haben und die oftmals von anderen Gremien genutzt werden können.

Möglichkeit 4: Kombination

Am besten erscheint eine Kombination aus den verschiedenen Verfahren, da es aufgrund der individuellen kommunalen Gegebenheiten keine universelle Lösung für jede Kommune gibt. Nach Erfahrungswerten des DVBJs zeigt sich, dass die Wahlbeteiligung deutlich gesteigert werden kann, wenn in Schulen die Klassen gemeinsam zur Wahl gehen. Dies ist im Rahmen einer Präsenzwahl gut möglich, aber auch Onlinewahlen können in einem Zeitraum am Mobiltelefon oder im Computerraum gemeinsam durchgeführt werden. Auch wenn die Schulen als Institutionen bzw. als Orte des Zusammenkommens vieler junger Menschen genutzt werden können, liegt die Verantwortung und Organisation für die Wahl nicht bei den Schulen, sondern bei der kommunalen Verwaltung und den Jugendlichen selbst.